Internetseiten, Foren und Social Media-Seiten sind voll mit Tipps, wie Cannabidiol (CBD) der Gesundheit auf die Sprünge helfen kann. Zu Beschwerdebildern wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Menstruationsbeschwerden und Bluthochdruck gibt es weltweit schon viele positive Erfahrungsberichte. Doch gilt das auch für unsere vierbeinigen Lieblinge?

Allem voran: Einem Tier berauschende Substanzen welcher Art auch immer zu füttern ist schlichtweg gefährliche Tierquälerei, die tödlich enden kann! Wir betrachten hier jedoch nicht die Verwendung von THC, sondern vielmehr THC-freies Cannabidiol. Über das Wirkungsspektrum von CBD haben wir auf Hanfland.at bereits einige Artikel veröffentlicht. Lesen Sie beispielsweise hier oder hier.

Wie wir Menschen produzieren auch Tiere chemische Verbindungen, sogenannte (Endo)cannabinoide, die Schmerzempfinden, Appetit und Stressreaktionen beeinflussen. Hunde beispielsweise haben mehr CB1-Cannabinoid-Rezeptoren als andere Tiere (Quelle: Sensi Seeds). Die Tierärztliche Hochschule Hannover untersucht die Funktion der Endocannabinoide beim Hund und konnte dabei bereits erste wichtige Erkenntnisse für Hunde mit Epilepsie und chronischen Schmerzen gewonnen haben. Auch in Israel und Italien gab es bereits Hinweise von Forschern, dass CBD bei Hunden antiepileptische und antikonvulsive Eigenschaften aufweist. Besonders zur Unterstützung einer Epilepsie-Behandlung, bei neurologischen Störungen, bei Rheuma, Arthritis und chronischen Schmerzen soll CBD auch bei Tieren wirksam sein.

Hier werden vor allem ganzheitliche Tierärzte gefragt sein, wie der 2013 verstorbene Doug Kramer aus Kalifornien, der schon vor Jahren Cannabinoide bei Hunden und Katzen erfolgreich einsetzte. Seiner Ansicht nach soll es aber ebenso wirksam bei Schweinen, Affen oder Hühnern sein, wie er einem Interview mit der Zeitschrift Vice erzählte.

Eine Studie des Department of Clinical Sciences, the College of Veterinary Medicine and Biomedical Sciences der Colorado State University, spricht sich vor allem positiv bei CBD in der Palliativbetreuung von Tieren aus, vor allem weil Pharmazeutika oft die Organe schädigen und Lethargie sowie Appetitlosigkeit zur Folge haben. Gleichzeitig warnt die Studie aber auch vor einem wahllosen Einsatz, denn Tiere haben eine geringere Toleranz gegenüber Cannabinoiden als Menschen. Keinesfalls dürfen THC-hältige Präparate zum Einsatz kommen.

Hilfreich könnte CBD also auch für Tiere sein, die an Krebs leiden, um Angst oder Stress zu reduzieren, chronische Schmerzen, Entzündungen und Arthritis zu lindern, und wir hoffen, dass weitere Forschungen möglich werden, um die gesundheitlichen Vorteile für Mensch und Tier noch genauer kennenzulernen.

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